Annual Event hebt ab
Wie unique ist ZRH? Diese ironische Frage zum Flughafen Zürich wollten rund 50 Ehemalige der Höheren Fachschule für Tourismus Graubünden klären. Sie trafen sich am Freitag, 9. November 2007 zum Annual Event des Tourism Clubs 1706 in Kloten. Höhepunkte waren ein Referat von Flughafen-CEO Josef Felder und ein Dinner unter einem Oldtimer der Lüfte.
Die Aussicht war spektakulär. Vor dem Fenster des achten Stockwerks des Airport Conference Centers rollten Airbusse und Boeings zur Startbahn, bevor sie an den Himmel abhoben. Genauso spektakulär war das Referat von Josef Felder. Schelmisch bezeichnete sich der CEO der Unique (Flughafen Zürich AG) als "Hausabwart des Flughafens". In seinen Amtsjahren durchlebte er Katastrophen und grössten Erfolg.
Bis ins Jahr 2000 boomte die Luftfahrt. 23 Mio. Passagiere benutzten in Kloten einen Airport, der eigentlich für 17 Mio. ausgelegt war. Die fünfte Ausbauetappe im Wert von 2 Mrd. Franken mit Airside Center und Dock E war in vollem Gang. 70% der Flughafendienste (z.B. die Abfertigung) wurden allerdings nicht vom Flughafen selbst sondern von Tochterbetrieben der SairGroup erbracht.
Auf dem Boden
Dann begann das Jahr 2001: zwei Abstürze von Crossair-Maschinen, der 9. September sowie das Grounding der Swissair brachten auch den Flughafen an den Rand des Ruins. Und dies nur ein Jahr nach seiner Privatisierung und der Einsetzung eines neuen Managements mit Felder an der Spitze.
Heute geht es dem Flughafen besser denn je. Welche Lehren hat Josef Felder aus dem Turnaround gezogen? "Prioritäten setzen und handeln. Das ist das Allerwichtigste. Wir mussten zwei Organisationen aufbauen: eine für das normale Business und eine Notorganisation, um im Krisenfall während den nächsten 24 Stunden operationell und finanziell überleben zu können. Zudem ist es wichtig, seine Mitarbeiter immer ehrlich darüber zu informieren, was läuft." Denn auch wenn die weltweite Flotte der zivilen Passagierflugzeuge wie prognostiziert von heute 24'000 auf 40'000 im Jahr 2020 steigt, wird es immer wieder Krisen und Rückgangsphasen für den Luftverkehr geben. "Wir sind nicht fürs Schönwetter angestellt", meint der eloquente Felder, "sondern um Probleme zu lösen. Mich interessieren keine Schlagzeilen im Tages-Anzeiger mehr. Mich interessiert nur der langfristige Erfolg des Unternehmens."
Über den Wolken
Über den Wolken kann die Freiheit nicht mehr grenzenlos sein. Das machte Christian Weiss, Manager beim Flugsicherungsunternehmen Skyguide klar. Die Firma im Besitz der Eidgenossenschaft betreut mit 1400 Angestellten u.a. die Starts und Landungen sowie den komplexen Luftraum über der Schweiz, Süddeutschland und Savoyen. 1,3 Mio. Flüge pro Jahr berühren dieses Gebiet. Am meisten Geld bringen Skyguide die Transitflüge über die Schweiz ein. In Zukunft sollen die Lufträume von Deutschland, Frankreich, der Schweiz und der Benelux-Staaten vereinheitlicht werden. Dieses Projekt würde grosse technische Vereinfachungen ermöglichen.
Hinter den Kulissen
Eine Führung brachte die Tourismusfachleute anschliessend an Orte des Flughafens, wohin ein normaler Reisegast sonst nicht gelangt. Zum Beispiel in den Andachtsraum im Terminal, der von Christen, Muslimen, Juden und Buddhisten gemeinsam genutzt werden kann. Oder zwischen die Förderbänder der Gepäcksortierungsanlage im Dock E. Auf dem gesamten Flughafengelände arbeiten übrigens 21'000 Personen.
Unter dem Flügel
Der moderne Flugbetrieb mit Low-Cost Carriern und peniblen Sicherheitskontrollen hat viel von seiner früheren Faszination verloren. Spürbar ist diese noch im Erlebnisrestaurant 'Runway 34', gebaut direkt am Ende der Startbahn 34. In einem Hangar aus Glas stehen die Esstische unter einer echten Ilyushin Il-14 mit Baujahr 1957. Stewardessen servieren die Speisen und die Menükarte hat die Form eines Flügels. Der perfekte Rahmen für den Ausklang dieses gelungenen Annual Events rund um den Airport.





























































