TourismClub 1706: Annual Event 2008
Hauptbahnhof Zürich
Was benötigt es alles, damit 1900 Züge pro Tag den Weg in den Zürcher Hauptbahnhof finden? Und wieder hinaus in alle vier Himmelsrichtungen? An ihrem Annual Event vom 7. November 2008 erlebten die Ehemaligen der Höheren Fachschule für Tourismus Graubünden das 'Gehirn' der SBB in Zürich.
Nein, die wirklichen Herrscher über Züge und Bahnhöfe findet man nicht im Zürcher Hauptbahnhof. Ganz unscheinbar, in einem grauen Haus neben den Geleisefeldern, sitzen sie in der Betriebsleitzentrale Zürich der SBB vor einer Wand von Monitoren. Spektakulär ist nur die Komplexität des Verkehrs, den sie überwachen und lenken - zwischen Pratteln, Chur und Schaffhausen. Es ist das am dichtesten befahrene Bahnnetz Europas mit 252 Bahnhöfen.
In den Stosszeiten fährt etwa in der S-Bahn-Station Zürich Stadelhofen alle 90 Sekunden ein Zug ein. "Der Fahrplan ist mehr als voll", meint denn auch Markus Feldmann, der Chef der Betriebsleitzentrale Zürich. Richtig gefordert werden seine Mitarbeitenden bei Unfällen oder Störungen auf dem Schienennetz. Dann müssen sie innert Sekunden Alternativen entwickeln und Züge umleiten.
Roter Zug ohne Blaulicht
Genau bei solchen Unfällen oder Bränden rücken dann die Kollegen aus, deren rotes Gefährt gleich nebenan steht: einer der 15 Lösch- und Rettungszüge der SBB. Spätestens fünf Minuten nachdem ein Alarm eintrifft, ist dieser Zug unterwegs und hat freie Fahrt - alle anderen Züge auf seinem Wege werden gestoppt. Im luftdichten Rettungswagen können 40 Personen in Sicherheit gebracht werden, z.B. aus einem brennenden Tunnel. Der Löschwagen kann in acht Minuten 44'000 Liter Wasser werfen. Am Kommandopult stehend war die Versuchung gross, auf einen der Knöpfe zu drücken, um diese rollende Giesskanne einmal live zu testen.
Inszenierte Industrieromantik
Nach soviel handfester Technik wurde es Zeit für Genuss. Im Trendquartier Zürich West, gleich hinter dem Schiffbau, steht die ehemalige Giesserei der Familie Karl Escher. Heute findet man darin Restaurants, Bars und Geschäfte. Aber an der Decke hängen immer noch schwere Rohre und Krane.
In diesem passenden Ambiente orientierte Beat Blumenthal, Präsident des TourismClubs 1706, kurz über Arbeiten, Finanzen und Pläne des Clubs. Zum Abschluss des Tages wurde im Restaurant 'Gnüsserei' das Dinner aufgetischt. Und viel geplaudert über vergangene Zeiten im Engadin.










































