Academia Engiadina Samedan Schweiz

Annual Event: Freitag, den 13. November 2009

Innovation und Tradition sind kein Widerspruch


Es ist einer der exklusivsten Orte der Schweiz. Das Luxushotel ‚The Dolder Grand’ auf dem Adlisberg oberhalb von Zürich. Hier trafen sich am 13. November 2009 rund 50 AbsolventInnen der Höheren Fachschule für Tourismus Graubünden (HFT) und ihre BegleiterInnen zum Annual Event.

  

Wie fast immer bei einem Anlass des TourismClubs 1706 standen spannende Referate auf dem Programm. Dabei wurden zwei Projekte im Schweizer Tourismus gegenüber gestellt, die international für Aufsehen gesorgt haben: Das ‚The Dolder Grand’ selbst und die neue SAC Hütte Monte Rosa oberhalb von Zermatt. So verschieden die beiden Häuser sind – Erfolg und Interesse weckt, was einzigartig und innovativ ist.

 

Innovation über dem Gletscher

Eva-Martina Keller ist Kommunikationsbeauftragte bei der ETH Zürich für das Projekt der neuen Monte Rosa-Hütte. Die Planung und der Bau der Hütte war eines von 50 Jubiläumsprojekten, welche die ETH im Jahr 2005 zu ihrem 150. Geburtstag realisierte.

Frau Keller zeigte auf, dass nicht nur das futuristische Design der Hütte in Aluminium und Holz etwas Besonders ist. Noch viel spezieller ist ihr Innenleben. Für die Energieversorgung wird verwendet, was an Ressourcen auf dem Monte Rosa vorhanden ist: Schmelzwasser, Sonne und Luft. Nur 10% der Energie müssen für das Blockheizkraftwerk von aussen zugeführt werden. Eine Neuheit ist die Software für das Energiemanagement. Sie kombiniert Daten von Wetterprognose, Buchungsstand und Heizung. Eine biologische Kläranlage bearbeitet die Abwasser der maximal 120 Gäste. Die Hütte kostete 6,5 Mio. Franken, wobei der SAC ein Drittel davon berappte. Zwei Drittel übernahmen die ETH sowie Sponsoren und Gönner.

Bereits im Jahr 1895 wurde die erste Hütte am Monte Rosa gebaut. Damals musste das gesamte Baumaterial noch mit Maultieren über den Gletscher getragen werden.

 

City Resort mit Tradition

Beinahe ebenso alt ist das Hotel Dolder - 1899 wurde es erbaut. Bei der Totalrenovation unter der Leitung des Stararchitekten Lord Norman Foster blieb zwischen 2004 und 2008 aber fast kein Stein auf dem anderen. Thomas Schmid ist Managing Director des Dolder Resorts und erläuterte die Grundsätze beim Neubau. Ursprüngliches von 1899 wurde erhalten und restauriert: die Steinhalle, das Treppenhaus und die Fassade. Fast alles andere ist neu: ein Ballsaal, das Spa (4000m2), zusätzliche Zimmer usw. Rund 440 Mio. Franken kostete die Umwandlung eines angestaubten Traditionshotels in das modernste City Resort der Schweiz. 280 Mitarbeitende kümmern sich nun um die Gäste. 

Diese sind wegen der Wirtschaftskrise nicht so zahlreich wie erhofft. Trotzdem bleibt das City Resort seinen Grundsätzen treu. „Es kann nicht sein, dass wir das Produkt unter Wert verkaufen. Unsere Avarage Room Rate wird nicht gesenkt. Wir wissen, wie das in der Krise bei anderen Fünfsternehotels in der Schweiz läuft. Das machen wir nicht mit. Das Dolder hat im Jahr 2008 ein schwarzes EBITDA geschrieben und wird das auch dieses Jahr wieder tun“, gab sich Schmid standhaft. 

Die Teilnehmenden am Annual Event hatten Gelegenheit, sich in allen öffentlichen Räumen des Hotels frei zu bewegen und eine Suite zu besichtigen. Die Suite überrascht mit Details, die nicht jedes Fünfsternehotel bietet: Cheminée im Schlafzimmer, Sauna im Badezimmer und Balkon mit Panoramablick über die Stadt Zürich.

 

Schwarze Wände für coole Drinks

Die Seminarräume und eine Suite konnten die Ehemaligen der Academia Engiadina also kennen lernen – zum Abschluss stand ein ‚Test’ der Küche an. Ein dreigängiges Abendmenü wurde im Garden Salon serviert. „Noch nie gab es nach einem Annual Event so viele angeregte Gespräche an den Tischen“, meinte Martin Budinsky vom Vorstand des TourismClubs 1706. „Ein gutes Zeichen – der Anlass hat gefallen.“

Wer sich noch einen Drink zum Abschluss gönnen wollte, stieg hinab in die Bar des Hotels. Alle ihre Wände und Decken glänzen ein Schwarz, Kerzen hängen in der Luft. Wie im ganzen City Resort zeigt das ‚The Dolder Grand’ in der Bar einen ganz eigenen Stil.