Auslandreise vom Freitag, 17. September bis Samstag, 25. September 2010
Syrien und Jordanien - 1001 Nacht zum anfassen
Ein Meer von Lichtern. Grüne Minarette ragen heraus. Um Mitternacht stehen in Damaskus Hunderte auf dem Hausberg Jabal Quassium. Sie geniessen die Aussicht auf die Hauptstadt Syriens (Foto 2). Für unsere Reisegruppe beginnt hier die neuntägige Erlebnis- und Kulturreise durch Syrien und Jordanien.
Die grosse Altstadt, die Medina von Damakus bietet alles, was das Klischee erwartet. Guide Abdul Fatah (4) zeigt uns den farbigen Souk (3), den reich verzierten Azem Palast, wo die Stadtfürsten einst residierten (5+6), sowie die riesige Omayyaden Moschee (7). Reiseleiter Martin Budinsky hat sogar einen Crash-Kurs in der Arabischen Sprache und Schrift durch eine Fachlehrerin der Uni Damaskus organisiert (8).
Wird Damaskus zum neuen Marrakesch? In der Altstadt werden immer mehr herrschaftliche alte Häuser zu Hotels umgebaut, ihre Preise explodieren. Von aussen unscheinbar, offenbart sich im lauschigen Innenhof die wahre Pracht. Glücklich, wenn man das Privileg hat, in so einem Juwel wie dem Boutiquehotel Talisman zu übernachten. (Link)
Jordanien
Eineinhalb Stunden dauern die Formalitäten an der Grenze. Nun sind wir im Haschemitischen Königreich Jordanien. Der augenfälligste Unterschied zwischen den beiden Staaten? Während in Syrien das Portrait des Präsidenten Baschar al-Assad von jeder zweiten Hauswand grüsst, ist es in Jordanien das Bild von König Abdullah II. Ansonsten zeigen sich die Städte in einem ähnlichen Licht: ziemlich chaotisch aber durchaus sympathisch.
20'000 Menschen lebten in der Römerzeit in der Provinzstadt Jerash im heutigen Jordanien. Heute ist es eine der grössten archäologischen Ausgrabungsstätten. Bestens erhaltene Säulen, Tempel, Amphitheater - wie selten sonst wird hier deutlich, wie eine Stadt vor 2000 Jahren funktioniert hat (Fotos 11+12. Weitere Infos). Ein noch grösseres Amphitheater besass Bosra im heutigen Syrien: 14'000 Menschen konnten hier der Vorstellung zusehen (10).
Gelobtes Land
War Religion in der Schule ein langweiliges Fach? Hier in Jordanien nicht. Kaum eine Stunde Autofahrt sind es zwischen der Stelle am Jordan, wo Jesus Christus getauft worden sein soll (13), und dem Berg Nebo, auf dem Gott Moses das gelobte Land gezeigt haben soll. Und am Abend sieht man vom Ufer des Toten Meeres aus auf der anderen Seite die Lichter der Heiligen Stadt Jerusalem funkeln.
Am Nullpunkt geht es noch weit bergab: 418 Meter. Bis zum Toten Meer, dem tiefsten Punkt an Land auf der Erde. Rundherum reihen sich die Ortschaften, die in allen drei monotheistischen Religionen eine wichtige Rolle spielen. Keine Glaubensfrage ist, dass man im Toten Meer nicht untergehen kann. Und so, wenn schon durch Hitzeschlag dem Adjektiv des Meeres nahe kommt - und nicht durch Ertrinken.
Jammerschade wäre das aber. Denn um im Mövenpick Resort&Spa Dead Sea sämtliche Angebote geniessen zu können, müsste man mindestens eine Woche überleben. Dafür sorgt General Manager Bruno Huber, der joviale Ostschweizer. Fünf Stunden lang teilt er mit uns Facts und Anekdoten. Sowie einen italienischen Fünfgänger. Nach diesem opulenten Mahl würden wir selbst im Toten Meer untergehen! (Foto 14. Link)
Ja, die Temperaturen sind hoch hier im Nahen Osten. 30 bis 40 Grad lassen uns schwitzen. Willkommene Abkühlung bieten Wadis - schluchtartige Felsentäler. Besonders das Wadi Mujib beim Toten Meer. Denn der 'Wanderweg' zwischen den farbigen, steilen Felswänden verläuft im kühlen Wasser des Bachs. Spassgarantie!
Umkämpftes Land
Herrschaftssitz mit Weitblick in Kerak. Im Jahr 1142 nutzten französische Kreuzritter die strategisch gute Position auf dem Berg sowie nahe der Handels- und Pilgerroute Damaskus-Mekka. Eine Burg wurde gebaut. Und 46 Jahre später von Sultan Saladin belagert und erobert. Wie an so vielen Orten spiegelt sich ganz lokal die komplizierte und konfliktreiche Geschichte in Nahost. Heute zu sehen ist eine 'multikulti' Ruine: die Mauerreste von Kirche und Moschee nur wenige Meter nebeneinander. (Foto 15. Weitere Infos)
Sanfter Tourismus
Im Tafila-Gebirge (16+17) in Jordanien liegt das winzige Bergdörfchen Dana (18). Häuser aus Lehm mit Zimmerdecken aus Ästen. Eine Kooperative versucht hier, Gästen ein authentisches Erlebnis des Dorflebens zu vermitteln; mit Guesthouse, geführten Wanderungen (19), traditionellem Silberhandwerk etc. Um so das Dorf vor dem Aussterben zu bewahren. Denn zwei Drittel der Häuser waren schon verfallen. Nach und nach sollen sie wieder aufgebaut werden. Das Biosphärenreservat Dana wird von der Royal Society for the Conservation of Nature unter dem Label des Ökotourismus bewirtschaftet und steht unter dem Schutz der UNESCO. Man versucht sogar, die stolzen heimischen Berber zu überzeugen, nicht mehr überall Ziegen zu weiden. So soll die Bodenerosion gestoppt werden. (Weitere Infos)
Höhepunkt Petra
Petra - die Hauptstadt der Nabatäer vor rund 2000 Jahren. Man muss früh aufstehen, um die sagenumwobene Felsenstadt im schönsten Lichte der aufgehenden Sonne vor die Linse zu bekommen. Die häufig als achtes Weltwunder der Antike bezeichnete Stadt ist zweifelsohne der wertvollste Schatz Jordaniens. Historisch und touristisch. Strategisch perfekt in einer Schlucht gelegen, war Petra lange Zeit ein wichtiger Knotenpunkt an den Handelsrouten für Gewürze, Weihrauch und Seide. Heute sieht man von Petra vor allem noch die fantastischen Fassaden ihrer Gräber. Sie wurden alle in Felsen gemeisselt (20+21).
In einem Erdloch bückt sich Professor Stephan G. Schmid mit der Kelle in seiner Hand. Er ist Archäologe an der Humboldt-Universität in Berlin - und Basler. In echtem Baseldeutsch erläutert er uns kurz, dass die Archäologen in Petra eigentlich alles wichtige kennen. Freigelegt sind aber noch nicht alle Bauwerke. Wenn die Archäologen jeweils nach ein paar Monaten wiederkommen, müssen sie immer zuerst einen halben Meter Sand wegschaufeln, den ihnen der Wind inzwischen in den Weg gelegt hat... (Foto 23. Website und Blog der Archäologen)
Wüste und Rotes Meer
Desert Highway nach Süden. Dunkelgelber Sand. Am Horizont zeichnen sich schemenhaft die ersten hohen Berge ab: das Wadi Rum. Mit Jeeps fahren wir bei Sonnenuntergang in die Wüste hinaus und lassen das Farbenspiel auf uns wirken. Poesie der Natur (24+25). Später campen wir im fest installierten Zeltlager in Sichtweite der Geleise der legendären Hedschas-Bahn, welche einst Damaskus mit Medina verband (Weitere Infos). Am nächsten Morgen nehmen uns die 'Kamele' japanischer Produktion mit auf einen zweiten Ausritt in die Wüste (26+27).
Tala Bay liegt 10 km südlich von Aqaba (28) am Roten Meer in Jordanien. Von dessen anderem Ufer grüssen Ägypten und Elat in Israel. Weitere 10 km südlich beginnt Saudi Arabien. Vor etwa zehn Jahren stand in Tala Bay noch gar nichts. Heute findet eine Vision noch nicht zum Leben. Jordan Projects for Touristic Development hat hier gebaut. Daran beteiligt ist auch Orascom Development, der Konzern des Ägypters Samih Sawiris, der das Resort in Andermatt plant. In Tala Bay entstanden bis jetzt zwei Fünfsterne Resorts (von Mövenpick und Radison Blue betrieben), ein Viersterne Hotel (29), ein Jachthafen, viele Apartmenthäuser und natürlich ein Strand mit BeachClub. Die Hotels und Resorts laufen gut, sind voller Gäste und Leben. Die Apartments rund um die Marina bieten einen Anblick wie Celerina im November: geschlossene Fensterladen, Geisterstadt. Die nahe Zukunft wird zeigen, ob aus dem Retortendorf Tala Bay je ein lebendiger Ferienort wird. Andermatt darf interessiert nach Jordanien blicken! (Weitere Infos)
Royal Jordanian - die Fluggesellschaft Jordaniens macht ihrem königlichen Namen durchaus Ehre. Ein letzter Blick hinunter auf die Küste des Toten Meeres (31), dann bringt sie die Reisenden bequem zurück nach Mitteleuropa. Im Gepäck: tausend und eine Erinnerung an eine Route durch zwei spannende Länder (30).
Das komplette Reiseprogramm kannst Du hier nachlesen

























































