Denise Zanin, Praktikumsjahr in Malaysia

Das lang ersehnte Praktikumsjahr stand bevor und eifrig wurden Stellen gesucht. Für mich war von Anfang an klar, dass ich ins Ausland will. Warum auch sollte ich in der bereits bekannten Schweiz bleiben, wenn ich die Möglichkeit habe, etwas Neues zu entdecken? Ich liess mir diese Chance nicht entgehen und flog, nach den anfänglichen Visumschwierigkeiten, nach Kuala Lumpur, in eine pulsierende Metropole mit unendlicher Vielfältigkeit.

Ein erster Kulturschock blieb aus, es war ja nicht mein erstes Mal, dass ich nach Malaysia kam. Doch bisher hatte ich hauptsächlich die ländlichen Gebiete und die paradiesischen Inseln kennengelernt. Von der Hauptstadt Kuala Lumpur hatte ich nur wenig gesehen. Besonders nach einem Aufenthalt auf dem Land kommt einem eine solche Grossstadt sehr lärmig und schmutzig vor. Diesmal jedoch wurde ich in einem Mini-Van vom Flughafen direkt in die von der Firma zur Verfügung gestellten Wohnung gebracht und konnte die Skyline von der über der Stadt gebauten Autobahn aus betrachten. Die Wohnung sowie auch das Büro waren am Stadtrand, rund 20 Minuten vom Zentrum entfernt. Zwar war es keine verschlafene und ungefährliche Gegend, trotzdem war es aber im Gegensatz zur Innenstadt relativ ruhig.

Am nächsten Tag ging mein Praktikum auch bereits los. Mit meinen Mitbewohnern, auch Mitarbeiter und Praktikanten in derselben Firma, lief ich ins Büro, das etwa 10 Gehminuten von unserer Wohnung entfernt war. Ich arbeitete bei Asian Overland Services, einer der grössten Reiseagenturen in Malaysia. Mein erster Einsatz war in der MICE-Abteilung, die jegliche Anlässe wie Geschäftsreisen, Teambuilding, Kongresse oder Grossanlässe wie zum Beispiel das Formel1-Rennen in Sepang organisiert. Zu meinem Glück begann zu dieser Zeit die Organisation von Dertours Reiseakademie, einer Art Reiseworkshop, an dem etwa 1000 Touristiker aus dem deutschsprachigen Raum einerseits das Reiseland Malaysia und anderseits die neuen Angebote von Dertour kennenlernten. So war ich während meiner ersten drei Wochen hauptsächlich in die Organisation dieses Anlasses involviert und dann auch am Anlass selbst immer vor Ort. Dies war natürlich eine grossartige Erfahrung und gab mir zudem die Möglichkeit, mit vielen Tourismusfachleuten in Kontakt zu kommen.

Danach verbrachte ich einige Monate in der Ticketing-Abteilung, in der Reservationsabteilung, sowie im Sales & Marketing. Ich habe es sehr geschätzt, in so viele verschiedene Bereiche zu sehen und mit vielen verschiedenen Leuten zusammenzuarbeiten.

Im Februar durfte ich dann für drei Wochen auf die Insel Langkawi in das Eco-Resort «Frangipani», das ebenfalls zu Asian Overland gehört. Da ich leider nur eine kurze Zeit dort arbeitete, wurde ich einzig im Food & Beverage eingesetzt. Dort arbeitete ich im Restaurant sowie an der Strandbar. Dabei hatte ich die Möglichkeit, ganz nahe bei den Gästen zu sein und einmal Eindrücke aus einer anderen Sichtweise des Tourismus zu erhalten. Ausserdem war es sehr spannend, in einem Land wie Malaysia, wo das Umweltbewusstsein noch nicht sehr ausgeprägt ist, ein Eco-Resort zu erleben.

Nach den drei Wochen im Inselparadies ging es dann auch schon wieder zurück in die Grossstadt, wo ich meine letzten drei Monate im Sales & Marketing der Europa-Abteilung verbrachte. Inzwischen wurde eine Französin eingestellt, die die Aufgabe hatte, den französischen Markt aufzuwerten. Dank meinen guten Französischkenntnissen durfte ich ihr dabei zur Seite stehen. Ich stellte Individualreisen zusammen, entwickelte neue Packages, gestaltete Flyer, verhandelte mit diversen Dienstleistungsanbietern und kommunizierte mit den französischen Agenturen. Dies war wahrscheinlich der wertvollste Einsatz meines Praktikums, da ich die Aufgaben von A bis Z bearbeiten und dabei auch sehr selbständig handeln konnte.

Alles in allem waren es zehn sehr interessante und lehrreiche Monate, die für meine weitere Ausbildung wertvoll sind. Dazu kommen natürlich auch die persönlichen Erfahrungen. Es gab viele gute, aber auch schwierige Momente, denn in Malaysia herrscht eine völlig andere Lebens- und auch Arbeitsweise. Die verschiedenen Kulturen des Landes mit seinen verschiedenen ethnischen Gruppen beeindruckten mich sehr. Mich faszinierte, wie auf so engem Raum so viele verschiedene Menschen friedlich miteinander leben können. Ich lernte die Malaysier als sehr offen und freundlich kennen und konnte einige Freundschaften schliessen, die auch weiterhin bestehen bleiben werden. Es wird bestimmt nicht meine letzte Reise nach Malaysia gewesen sein und ich würde das Land jedem empfehlen, der sich für andere Kulturen, gutes Essen und paradiesische, abgelegene Orte begeistern kann.