Februar 2017

Aktuelles aus der Sportmittelschule

Sehr geehrte Damen und Herren
Liebe Athletinnen und Athleten

Zwei unserer Sportler nahmen vom 30. Januar bis am 05. Februar 2017 an den Langlauf FIS Nordischen Junioren & U23 Weltmeisterschaften Park City / USA teil. Diesen Anlass wählen wir um Ihnen unseren ersten Sportmittelschule Newsletter zu senden. Es freut uns mit Ihnen einige Eindrücke der Langläufer Maurus Lozza (Zuoz) und Livio Matossi (St. Moritz) teilen zu können.
Alle Resultate unserer Athletinnen und Athleten der Sportmittelschule können Sie hier nachlesen.

Sportliche Grüsse
Academia Engiadina Mittelschule



Ralph Böhm
Leiter Sportmittelschule

Gion Antieni Maissen
Koordination Leistungssport

Bericht aus Peak City

Nach einer wirklich langen, rund 30-stündigen Reise erreichten Livio und ich am 24. Januar 2017 das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Glücklicherweise passte sich unsere innere Uhr innert wenigen Tagen an die Zeitverschiebung von 8 Stunden und das Klima im auf etwa 1800 m ü. M. gelegenen Wettkampfgelände Soldier Hollow nahe Park City (Utah, USA) an.

Livio bestritt sein erstes Rennen am 30. Januar 2017: Beim Klassisch-Sprint erreichte er den hervorragenden 19. Rang! Persönlich konzentrierte ich mich auf die kommenden Distanz-Wettkämpfe.

Zu diesem Zeitpunkt war der Skisack mit meinem gesamten Langlauf-Material als einziger der Schweizer Delegation immer noch nicht am Flughafen in Salt Lake City angekommen, und dies nur wenige Tage vor meinem ersten Einsatz! Deshalb plante ich, Skis von Kollegen derselben Skimarke zu laufen und einen zu langen Stock eines Betreuers auf meine Länge zuzuschneiden. Schlussendlich war die ganze Aufregung umsonst, denn tatsächlich traf mein Material am Abend vor meinem ersten Wettkampf ein. Bei diesem Rennen über 10 km Skating Einzelstart konnte ich den 22. Rang erreichen und Livio lief auf Platz 36.

Es folgte ein eher ruhiger Tag, bevor am Freitag der Skiathlon über 10 km Klassisch + 10 km Skating auf dem Programm stand. Während Livio bis zum Schluss an einer vorderen Gruppe dranbleiben konnte und 16. wurde, konnte ich nach einem etwas missratenen Start ab Rennhälfte noch aufdrehen und auf den 25. Rang laufen.

Nun hiess es wiederum, sich so schnell wie möglich für den Staffel-Wettkampf vom Sonntag zu erholen. Dort war Livio Matossi als Startläufer im Einsatz und er meisterte diese anspruchsvolle Aufgabe mit Bravour! An zweiter Stelle lief Andri Schlittler, welcher wiederum an mich übergab. Dass ich überhaupt starten konnte, war im Vorfeld des Rennens allerdings nicht ganz selbstverständlich gewesen. Denn ausgerechnet am Vorabend hatte ich offenbar irgendeinen Magen-Darm-Infekt aufgelesen und daher die Nacht auf der Toilette verbracht und kein Auge zugedrückt. Da wir Schweizer keinen Ersatzläufer dabei hatten, war die Staffel auf meinen Einsatz angewiesen und ich wollte meine Partner keinesfalls im Stich lassen! Dank einigen Mitteln gegen die starken Magenkrämpfe und das Kopfweh konnte ich meinen 5 km-Abschnitt (zwar nicht extrem schnell, aber ohne Zwischenfall) über die Runden bringen und an Dario Imwinkelried übergeben, welcher in einer furiosen Schlussablösung den 5. Gesamtrang ersprinten konnte. Damit hatten wir den besten Rang einer Schweizer Junioren-Staffel aller Zeiten egalisiert und waren mega happy!

Mit diesem schönen Resultat als Team neigte sich unser Abenteuer Junioren-Weltmeisterschaften in Utah langsam aber sicher dem Ende zu. Neben einem Koffer voll mit stinkender Wäsche und tonnenweise Langlauf-Equipment dürfen Livio und ich vor allem viele wunderschöne Eindrücke und unvergessliche Erfahrungen mit nach Hause nehmen. Nach der Heimreise über ganze 8 Zeitzonen waren wir zwei froh, wieder Schweizer Boden unter den Füssen zu haben. Maurus Lozza

Zwei Fragen an...

Maurus Lozza
Wie war der Kontakt bzw. der Spirit zwischen den Nationen/Athleten?
Wie die meisten anderen Nationen waren auch wir Schweizer im riesigen Hotel-Komplex «Zermatt Resort» in Midway untergebracht. Jede Viertelstunde von morgens bis abends chauffierte ein Shuttle-Bus die Athleten und Betreuer vom Hotel zum etwa 15 Minuten Fahrzeit entfernten Wettkampfort Soldier Hollow und zurück. Insgesamt war die Stimmung sehr positiv und insbesondere mit den Kollegen der Alpenländer pflegten wir einen regen Austausch im Speisesaal, im Shuttle oder beim Training auf dem Wettkampfgelände.

Was war für dich die «Schlüsselerfahrung» an dieser JWM?

Persönlich war für mich der Staffelwettkampf mit dem krönenden fünften Platz als Abschluss das allerschönste Erlebnis der Junioren-Weltmeisterschaften. Es war schlicht unglaublich und sensationell, dass wir als komplette Aussenseiter und trotz meiner Magen-Darm-Grippe ein derart gutes Rennen laufen konnten. Alle vier kämpften wir füreinander wie die Wilden, herzlichen Dank dafür an meine super Staffel-Partner!

Livio Matossi
Wie war der Kontakt bzw. der Spirit zwischen den Nationen/Athleten?
Die Stimmung im Schweizer Team war sehr gut. Mit den Athleten aus anderen Nationen war der Kontakt, vor allem aber auch der Respekt vorhanden. Da die meisten Nationen in der gleichen Unterkunft untergebracht waren, begegneten wir uns jeden Tag im grossen Esssaal bei den Hauptmahlzeiten oder auch in den Gängen und in den Umkleidekabinen.

Was war für dich die «Schlüsselerfahrung» an dieser JWM?
Mein persönliches Highlight war das Staffelrennen. Das ganze Schweizer Team war vor Ort und wir unterstützten uns gegenseitig. Meine Schlüsselerfahrung war der Teamgeist. Wir konnten, dank der Unterstützung des ganzen Teams, auf den 5. Rang laufen und jeder und jede gab alles. Wir Läufer kämpften um jede Sekunde und die Betreuer und die Athletinnen und Athleten, welche nicht im Einsatz waren, standen neben der Loipe und feuerten uns an. Für mich persönlich war es eine richtig tolle Erfahrung und ich werde diesen Tag nie vergessen.

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