Gymnasium 2013 - Salem

Theaterprojekt Salem - Szenen einer Hexenjagd / Ausstellung Hexenwahn

Salem - Szenen einer Hexenjagd

Im diesjährigen Theaterprojekt der Academia Engiadina wurden Szenen einer unglaublichen Hexenjagd nachgezeichnet. Dafür hatte die neue Theaterleiterin Selma Mahlknecht eigens ein Stück geschrieben, das nun in Samedan zur Uraufführung kam.

Mahlknecht hat ihr Gespür für historische Stoffe bereits in der Vergangenheit unter Beweis gestellt. Ihr Werk "Helena" wurde 2012 als bester historischer Roman deutscher Sprache ausgezeichnet. Für "Salem" dienten ihr die historischen Prozessakten als Quellen. Diese hat auch schon der amerikanische Bühnenautor Arthur Miller für sein Drama "The Crucible" verwendet.

Salem, Massachusetts, 1692: Betty Parris und Abigail Williams, zwei Mädchen im Alter von 9 und 12 Jahren, verhalten sich seltsam. Sie haben krampfartige Anfälle, verstecken sich unter dem Tisch, schreien herum. Reverend Parris, der Gemeindepfarrer, weiss keinen Rat. Für ihn ist klar: Hier ist der Teufel im Spiel. Die Suche nach der Hexe, die für diesen "Zauber" verantwortlich ist, beginnt, und damit eine beispiellose Serie von Hexenprozessen, in deren Verlauf an die 300 Personen angeklagt werden. Am Ende sind 25 Menschen tot - erhängt, zu Tode gefoltert oder im Gefängnis umgekommen.

Anders als bei Miller verschiebt Mahlknecht die Perspektive. Erzählerin ist Ann Putnam, eines der Mädchen, das direkte Akteurin in diesem Hexenwahn war und als Anklägerin eine wichtige Rolle spielte. Aus ihrer Sicht wird geschildert, was sich zugetragen hat. Es entsteht ein Bild der puritanischen Gesellschaft des 17. Jahrhunderts, die unserer eigenen gar nicht so fremd ist, geprägt von Aberglauben, Intrigen und Misstrauen - der perfekte Nährboden für die Saat des Teufels.

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Projektwoche 2013: Ausstellung "Hexenwahn und Hexenverfolgung"

Im Rahmen des diesjährigen Theaterstücks "Salem - Szenen einer Hexenjagd" von Selma Mahlknecht fand die Ausstellung "Hexenwahn und Hexenverfolgung" statt. Dabei wurden einige spannende Fragen und Vorurteile geklärt:

1.    Hexenverfolgung war ein mittelalterliches Phänomen:
Nein: Die Hexenverfolgungen nahmen zwar ihren Anfang im Spätmittelalter, hauptsächlich ereigneten sie sich aber in der frühen Neuzeit zwischen 1450 und 1750. Rund 60.000 Menschen fielen dabei dieser wahnhaften Rechtsvorstellung zum Opfer. Der letzte bekannte Hexenprozess Europas fand bekanntlich in Glarus statt, wo 1782 die Dienstmagd Anna Göldin hingerichtet wurde, ein Fall, der heute als "Justizmord" betrachtet wird.

2.    Hexenverfolgung war ein katholisches Phänomen:
Nein. Die Verfolgungen fanden ebenso unter reformierten Christen statt. Martin Luther beispielsweise war ein fanatischer Hexenjäger.

3.    Hexenwahn und Hexenverfolgung gibt es heute zum Glück nicht mehr:
Leider nein: Alleine im ersten Jahresviertel 2013 wurden auf Papua-Neuguinea zwei Frauen wegen Hexerei enthauptet, eine wurde lebendig verbrannt. Man warf ihnen vor, durch Magie Schuld am Tod eines Erwachsenen und eines Kindes zu tragen. Eine andere Art des Hexenwahns gibt es in manchen Gebieten Tansanias oder Nigerias: Dort werden Albinos gejagt, getötet und zerstückelt, weil ihre Körperteile als wertvolle Glücksbringer gelten.

Die Ausstellung wurde von einer Gruppe von Schülern in der Projektwoche unter Leitung von Kurt Gritsch und in Zusammenarbeit mit Joachim Jung und Urs Zangger erarbeitet.

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