Denn jede Masse verzerrt durch ihre Schwerkraft die Raumzeit um sich herum. Bewegt sie sich gleichmässig, bleibt diese Verzerrung im Grunde stehen. Erst wenn sich Massen beschleunigt bewegen, etwa wenn zwei Schwarze Löcher einander umkreisen und schliesslich verschmelzen, gerät die Raumzeit selbst in Bewegung. Es entstehen Gravitationswellen, die sich als sanftes Dehnen und Stauchen durch den Kosmos ausbreiten.
Wie lassen sich solche Wellen aufspüren, obwohl sie sehr schwach sind? Genau hier kommen Pulsare ins Spiel als natürliche Detektoren im Weltraum. Das Ergebnis ihrer Beobachtung ist verblüffend, denn es entsteht ein „Summton der Raumzeit”, erzeugt durch unzählige verschmelzende Schwarze Löcher im frühen Universum.
Wie das genau funktioniert und was uns dieser Summton über unser Universum verrät, erfahren Sie im Vortrag. Seien Sie dabei, wenn wir gemeinsam eintauchen in Einsteins Universum und die faszinierende Welt der Pulsare.
Michael Kramer, in Köln geboren, studierte Physik in Köln und Bonn, wo er 1995 promovierte. Er war Astronom am MPIfR sowie Otto-Hahn-Stipendiat an der University of California in Berkeley, bevor er seine akademische Karriere als Professor an der University of Manchester fortsetzte. In 2009 wurde er zum Direktor am Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn ernannt. Er war unter anderem Präsident der Astronomischen Gesellschaft und hat für seine Forschung zu Neutronensternen, Schwarzen Löchern und Gravitationswellen verschiedene Preise gewonnen.